Die ayurvedische Sicht auf Krankheiten

Dienstag, 15. Mai 2018

Die ayurvedische Sicht auf Krankheiten

Nach dem Ayurveda ist der menschliche Körper, wenn er gesund ist, in Harmonie. Dann ist er selbsterneuernd und selbstkorrigierend, wie auch das Universum.

Die Balance verlieren wir durch unsere Ernährung, Emotionen, den Lebensstil, saisonale Faktoren, physische Traumata und auch Toxine. Deshalb hat das Ayurveda unterschiedliche Systeme entwickelt, die das Gleichgewicht der Doshas erhalten. Auf diese Weise behandelt es den gesamten Menschen bei Krankheiten oder Beschwerden, nicht nur die aufgetretenen Symptome. Ein bildlicher Vergleich ist es, wenn man Krankheiten als unerwünschtes Unkraut ansieht. Moderne Medikamente wirken wie Unkrautvernichter, sie behandeln die Symptome, aber meist nicht die Ursachen. Außerdem können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Das Ayurveda hilft, den Boden gesund zu halten, wodurch Unkraut erst gar nicht wachsen kann. Es kann in folgenden Bereichen helfen:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Gesundheitsprobleme von Frauen, wie z. B. schwierige Perioden, Menopause ...
  • Atemprobleme
  • Heuschnupfen
  • Allergien
  • Hauterkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Stress
  • Schlaflosigkeit
  • Depression
  • Gewichtsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Gelenksprobleme

Eine Behandlung ist nicht ideal, wenn sie eine Krankheit heilt und gleichzeitig eine weitere Krankheit hervorruft.
Astanga Samgraha von Vagbhata (Su. 21:29)

Ayurvedische Behandlungen

Behandlungen nach den Prinzipien des Ayurveda umfassen viele verschiedene Maßnahmen. Darunter sind u. A.

  • Kräuterpräparate
  • Massagen
  • Entgiftungstechniken

All diese Maßnahmen werden kombiniert angewandt. Ein großes Augenmerk wird dabei immer auf Ernährungs- und Lebensstiländerungen gelegt. Leidet eine Person zum Beispiel an einer Erkältung mit Verschleimung, weil sich in ihrem System zu viel Wasser und Erdelemente angesammelt haben, werden im Ayurveda die Symptome gelindert, indem das Feuerelement gestärkt wird (z. B. mit Ingwertee). Außerdem wäre diese Person gut beraten, wenn sie auf Milchprodukte und kaltes Essen verzichtet, weil es die Symptome schlimmer machen kann.

Bei chronischen Erkrankungen werden oft Entgiftungen empfohlen, z. B. eine Panchakarmakur. Das ist eine Serie von Reinigungstherapien, die tief sitzenden Giftstoffe entfernen, Stress vermindern und die Doshas ausbalancieren soll.

Doshas durch Ernährung ausbalancieren

Die Doshas können aber auch durch die Ernährung ins Gleichgewicht gebracht werden. Dabei steht die richtige Verdauungsgesundheit, das Verdauungsfeuer Agni, im Mittelpunkt. Die meisten von uns haben „Ama“, sozusagen unverdaubare Materie, im Körper, was die Ursache vieler Anzeichen von geistigem und körperlichem Ungleichgewicht ist. Zeichen von zu viel Ama sind etwa Zungenbelag oder Schweregefühl, vor allem nach dem Essen. Ein optimales Ernährungsprogramm aus ayurvedischer Sicht kombiniert eine sattivische Diät mit einer Ernährungsweise, die dem eigenen vorherrschendem Dosha zugute kommt:

Vata: Personen, bei denen das Vata-Dosha vorherrscht, haben variablen Appetit und eine variable Verdauung. Sie werden scheinbar von adstringierenden Lebensmitteln (Salat und rohes Gemüse) magisch angezogen. Ausbalanciert wird das durch warme, schwere, leicht ölige, nährende Speisen mit süßem, saurem und salzigem Geschmack. Regelmäßige Mahlzeiten sind für diese Personen genauso wichtig wie Topfgerichte (Suppen, Eintöpfe, Aufläufe), die sie bevorzugt essen sollten. Vermeiden sollten sie gefrorene, kalte und rohe Lebensmittel.

Hier finden Sie ein paar konkrete Ernährungsempfehlungen für Vata-Typen.

Pitta: Diese Typen haben einen starken Stoffwechsel und Appetit, essen gerne viel und scharf und bevorzugen kalte Getränke. Ausbalanciert wird dieses Dosha mit einer mild gewürzten Diät, mit süßen, bitteren und adstringierenden Speisen (um ihren natürlichen Hang zu aggressivem Handeln auszugleichen), schweren oder nährenden sowie leicht trockenen Speisen.

Eine vegetarische Ernährungsweise ist für Pitta-Typen hervorragend geeignet. Sie sollten Alkohol, Tabak, Kaffee und zu viel Salz meiden. Pitta-Typen essen am besten kühlende, nicht zu scharfe Speisen.

Hier finden Sie ein paar konkrete Ernährungsempfehlungen für Pitta-Typen.

Kapha: Menschen, mit einem Überhang von Kapha, haben eine langsame Verdauung und können süßen, salzigen und fettigen Speisen kaum widerstehen. Das sollte mit bitteren und adstringierenden Gerichten ausgeglichen werden. Kapha-Typen brauchen Nahrung, die den Geist stärkt, also leicht, trocken und würzig ist und optimalerweise einen dynamischen Trainingsplan. Sie sollten ölige Speisen, Milchprodukte sowie kalte Speisen und Getränke vermeiden.

Hier finden Sie ein paar konkrete Ernährungsempfehlungen für Kapha-Typen.