Donnerstag, 23. August 2012

Es ist gesund, auf „Buddhi“, sein Bauchgefühl, zu hören!

Ayurveda ist eine ganzheitliche Lebens- und Heilkunst, die immer Körper, Geist und Seele gemeinsam behandelt. Deshalb wird im Ayurveda großer Wert auf „Buddhi“ gelegt – man nennt es auch Körperintelligenz oder einfach Bauchgefühl. Ist es gestört, werden wir leicht krank. Und wenn das Bauchgefühl wieder „eingeschaltet“ wird, kann sich eine Tür zur Heilung öffnen…

Als Kind hat man meist genau gewusst, ob etwas gut oder schlecht für einen war. Durch das Erwachsenwerden haben wir uns dann an soziale und gesellschaftliche Strukturen und die damit verbundenen Gesetzlichkeiten angepasst und so das Gefühl für uns selbst und unsere innere Unterscheidungskraft verloren – wir können uns auf unser „Buddhi“ nicht mehr verlassen. Damit fehlt uns auch das instinktive Wissen, was uns schadet und was uns nutzt.

Erfolg im Beruf und im Privaten, Fleiß, Strebsamkeit und Ehrgeiz haben leider Schattenseiten, wenn sie ohne Achtsamkeit für die eigene Person und ihre Konstitution gelebt werden. Geistiges Ama (Schlacken, Giftstoffe) wie Ärger, Neid und Furcht entstehen und Tamas* werden ausgebildet. So entstehen im Körper Stresshormone, die zu körperlichen und seelischen Erkrankungen führen. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten beim Burnout-Syndrom.

Am Beginn jeder Ayurveda-Behandlung steht natürlich immer die Konstitutionsanalyse: Was dominiert? Kapha, Pitta oder Vata?
Um Buddhi, das Bauchgefühl wieder zu aktivieren, ist aber auch ein Spot auf das familiäre wie berufliche Umfeld nötig: Kann man vielleicht nicht „Nein!“ sagen? Will man immer alles perfekt machen? Wie wichtig ist einem Erfolg im Äußeren? Fühlt man sich vielleicht unterdrückt? Oder werden die Leistungen nicht ausreichend gewürdigt, so dass man sich verpflichtet fühlt, noch mehr zu tun…? Es gilt, sich selbst wie aus einiger Entfernung zu beobachten und damit bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung zu tun: Sich selbst ein wenig besser zu durchschauen, sich seines eigenes Verhaltens ein wenig bewusster zu werden.

Es folgt eine ausführliche Ernährungsberatung mit einer detaillierten Liste für die Lebensmittel und Gewürze, die für Körper, Geist und Seele in diesem Moment hilfreich sind, dann wird möglichst viel angesammeltes Gift ausgeleitet (z. B. mit Einläufen) und massiert. Ergänzt wird das Programm noch durch Bewegung (Schwimmen, Walken, Yoga) und dem Singen von Mantras oder anderer Musik, die heilende Schwingungen im Körper erzeugt.

Im Laufe der Behandlung erfährt nicht nur der Körper eine Reinigung, auch der Geist „entschlackt“. Bei vielen derartigen Ayurveda-Behandlungen kommt daher einiges hoch: Gefühle, Gedanken, Angst, Hass, Erinnerungen… Daher ist auch das regelmäßige Gespräch mit dem behandelnden Arzt / Therapeuten sehr wichtig. So gelangt der Geist langsam wieder in einen ausgeglichenen Zustand, die innere Anspannung lässt nach und eine andere Herangehensweise an die alltäglichen Probleme wird erleichtert. – Eine Herangehensweise, in der auch Buddhi, das Bauchgefühl wieder etwas zu sagen hat, auf das gehört wird!

*Tamas zeigt sich als Schwere und Widerstand, bewirkt eine Schwächung der Wahrnehmung und der geistigen Aktivität. Dazu zählen auch Wahnvorstellungen, Faulheit und Schläfrigkeit.