Montag, 01. Juli 2013

Typgerechtes Essen im Rhythmus der Natur – Winter ist Vata-Zeit!

Wegen der herrschenden Außentemperaturen ist das innere Agni – die Verdauungskraft – jetzt meist stärker als zu den anderen Jahreszeiten. Auch Stoffwechsel und Körperkraft sind beim gesunden Menschen zurzeit besser ausgeprägt als z. B. in der Sommerhitze. Deshalb kann man in der kalten Jahreszeit ruhig etwas kräftiger und reichhaltiger essen und die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig bevorzugen. Denn die helfen, Vata zu harmonisieren.

Man kann nicht nur, man soll sogar: Zu leichte Nahrung würde bewirken, dass das starke Verdauungsfeuer Körpergewebe abbaut und Vata aus dem Gleichgewicht bringt. Denn Wind und Kälte führen ohnehin schon zu einer Erhöhung des Vata-Doshas (luftig, trocken, kalt und unregelmäßig) – nimmt man auch noch die falsche Nahrung zu sich, kann das Problem eskalieren. Die Folgen sind Müdigkeit, Nervosität, Unkonzentriertheit, Ängstlichkeit, Unstetigkeit, Blähungen, Koliken, Schlafstörungen, Verspannungen und Schmerzen aller Art.

Im Klartext heißt das: Warme, gekochte, nicht zu trockene Nahrung bekommt im Winter vor leichten, kalten Gerichten den Vorzug (ist das nicht eine gute Nachricht für alle, die zu Weihnachten gerne auch einmal ein bisschen schlemmen?). Eintöpfe, Nudelgerichte, Braten (sofern man nicht Vegetarier ist), überbackene Aufläufe… punkten also eindeutig gegenüber Rohkost, Salaten oder Kohlsorten. 

Vata wird außerdem verstärkt durch rauhe und trockene Speisen wie Hülsenfrüchte und Kartoffeln, Bitteres wie zu viel Kaffee oder Endiviensalat, Scharfes und zusammenziehende Substanzen wie Schwarztee. Wobei: Alles ist eine Frage der Menge, gegen eine wärmende Portion Linsen ist oft nichts einzuwenden!

Beruhigend bei zu viel (Winter-)Vata wirken auch: Nüsse, Mandeln, Datteln, Rosinen oder Feigen (am besten mit Sahne und Zimt), Zimt, Fenchel, Anis, Muskat, Kümmel, Kardamom, Süßholz, Nelken, frischer Ingwer, Petersilie und Basilikum oder heißer Tee (kein Schwarztee). 

Da Vata die Eigenschaften „kalt“ und „trocken“ besitzt, kann es mit Wärme und Feuchtigkeit ausgeglichen werden: Sauna, warme Bäder, Ölmassagen… Die tragen außerdem gleich ein wenig dazu bei, auch die Giftstoffe aus dem Körper zu bekommen. Auch ein warmes Fußbad am Abend beruhigt Vata auf wohltuende Weise.

Die meisten Menschen spüren es übrigens, dass Winterzeit auch Vata-Zeit ist – nicht nur, was das Essen betrifft. Auf der psychischen Ebene führt die winterliche Vata-Sensibilität nämlich zu einem vermehrten Wunsch nach den typischen Kapha-Werten wie Ruhe, Geborgenheit, Genuss, Gemeinschaft und Zufriedenheit, welche sich u. a. in den vielen Bastelkreisen, Restaurantbesuchen und Familientreffen zur Weihnachtszeit widerspiegeln.