Schlafstörungen - ayurvedisch betrachtet

Montag, 12. September 2016

Schlafstörungen - ayurvedisch betrachtet

Immer mehr Menschen leiden in unserer hektischen Gesellschaft an Schlafstörungen - die Auswirkungen sind groß, die Lösungen oft Medikamente. Das Ayurveda geht einen anderen Weg.

Fünfundzwanzig Prozent aller Erwachsenen leiden gelegentlich an einer Schlafstörung. Tendenz steigend. Eine Entwicklung, die nachdenklich stimmen sollte. Was fehlt uns heute in einer Welt, die sich immer schneller dreht? Ist es einfach nur Ruhe?

Die Folgen einer Schlafstörung können gravierend sein. Von Mensch zu Mensch äußern sie sich unterschiedlich:

  • Gereiztheit
  • Tagesmüdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit

Langfristig können auch gesundheitliche Probleme auftreten:

  • Übergewicht
  • frühzeitige Alterung
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen

Medikamentöse Behandlung

Tatsache ist, dass Schlafstörungen heute meist mit Medikamenten behandelt werden. Damit wird man zwar das Symptom los, die Ursache aber bleibt. Die Folge ist die ständige Einnahme von Medikamenten. Nicht immer die gesündeste Lösung.

Vata-Störung

Meist ist eine Vata-Störung, manchmal auch ein unbalanciertes Pitta, der Übeltäter. Leider gibt es keine Pauschallösung, weil die Ursachen vielfältig sein können und jeder Mensch anders ist. Mögliche Auslöser für Schlafstörungen können u. a. sein:

  • falsche Essgewohnheiten
  • Stress
  • das extreme Zerdenken von Dingen
  • schlechte Schlafgewohnheiten
  • zu wenig Balance zwischen Aktivität und Entspannung
  • Sorgen

Typische Symptome bei einer Vata-Störung sind auch steife Gelenke, Rückenprobleme oder Verstopfung. Am besten konsultieren Sie einen Ayurveda-Arzt. Dieser kann sich Ihren Fall individuell anschauen und perfekt abgestimmte Maßnahmen zusammenstellen.

Tipps für guten Schlaf:

Kommen wir nun zu ein paar konkreten Empfehlungen, wie man besser schläft.

  • Im Ayurveda hat jede Tageszeit ein Dosha. Ungefähr um 22 Uhr endet die Kapha-Zeit und die Pitta-Zeit beginnt. Das bedeutet, dass man vor 22 Uhr schlafen gehen sollte und dann am besten vor 6 Uhr aufsteht, denn dann endet die Vata-Zeit. So schläft man während der Pitta-Phase, was sich positiv auf die Regeneration des Körpers im Schlaf auswirkt. Außerdem schläft man leichter ein und durch.
  • Routine ist wichtig. Sorgen Sie für einen geregelten Tagesablauf, gehen Sie täglich zur gleichen Zeit ins Bett und etablieren Sie Schlafrituale. Tun Sie am Abend vor dem Schalfen gehen immer dasselbe, programmieren Sie Ihr Nervensystem darauf, mit diesen Tätigkeiten herunterzukommen.
  • Bewegung ist wichtig für ordentlichen Schlaf. Es hängt alles zusammen. Studien haben bestätigt, dass Menschen, die regelmäßig Sport machen, besser schlafen. Außerdem wird so das Stresshormon Cortisol abgebaut, was ebenfalls beim Einschlafen hilft.
  • Yoga ist sogar doppelt hilfreich. Damit trainiert man nicht nur den Körper, es ist auch gut für die allgemeine Stimmung und den Stresspegel.
  • Essen Sie drei Mal pro Tag, am besten zur gleichen Zeit. Verzichten Sie am Abend auf scharfe Speise. Zudem hilft es, nach 17 Uhr weder Koffein noch Alkohol zu konsumieren.
  • In Ihrem Schlafzimmer sollten Sie nur schlafen. Damit wird es zu einem Ort, an dem der Alltag, die Hektik und der Stress nichts zu suchen haben.
  • Vor dem Schlafen ist eine Nacken-, Hand- oder Fußmassage mit Vata-Öl oder Ghee eine Möglichkeit, sich zu entspannen. So trägt es zu gutem Schlaf bei.
  • Spezielle ayurvedische Kräuter beruhigen. Dazu gehören:
    -Guduchi: besänftigt den Geist
    -Ashvagandha: hilft gegen Stress
    -Brahmi: bei Nervosität und Unruhe
  • Außerdem eine gute Idee: Vata-Tee mit Süßholz, Ingwer, Zimt & Kardamom sowie warme Milch mit Honig, Muskat, Safran, Zimt, Ingwer oder Kardamom (nicht unbedingt für Kapha-Typen geeignet). Auch Kräutertees (Fenchel, Johanniskraut) sind eine Möglichkeit.
  • Natürlich ist auch Meditation eine Möglichkeit.