Montag, 01. Juli 2013

Die (Heil-)Kraft der Gewürze

In der ayurvedischen Ernährungslehre spielen Gewürze eine große Rolle. Als Heilpflanzen, die wir täglich in kleinen Dosen zu uns nehmen, können sie Speisen besonders bekömmlich machen und das Gleichgewicht der drei menschlichen Basistypen, den Doshas, mit regulieren helfen. Was ist für welchen Typus besonders geeignet, wie setzt man die „Küchenmedizin“ gezielt ein?

Natürlich ist niemand ein „100-Prozent-Typ“, aber meist dominiert ein Dosha. Außerdem gibt es Störungen, die ausgeglichen werden müssen, weil sie sonst zu Krankheiten führen. Ayurveda ist immerhin eine der ältesten Medizinsysteme der Welt und betrachtet den Menschen mit Körper, Geist und Seele sowie seine Umwelt in einem ganzheitlichen Sinn. Ganz nach dem Motto: Was hilft es, immer Wasser nachzufüllen, wenn der Behälter ein Leck hat, können auch Gewürze mithelfen, solche „Lecks“ zu stopfen.

Hier ein schneller Überblick zu den gängigsten Gewürzen und ihre Eignung für die drei Basistypen:

Für Vata-Menschen sind vor allem beruhigende, wärmende und süße Gewürze wie Vanille, Hagebutte, Thymian, Kardamon, Anis, Dill, Arnika, Zimt, Muskat, Süßholz, Lavendel, Oregano, frischer Ingwer, Wacholder, Zimt oder Kardamom wohltuend.

Pitta-Menschen werden kühlende, harmonisierende und etwas bittere Kräuter wie Kurkuma, Minze, Melisse, Limone, Süßholz, Petersilie, Koriander, Kreuzkümmel und Safran empfohlen.

Kapha-Menschen werden angeregt mit Ingwer, Muskat, Chili, Gewürznelken, Pfeffer, Knoblauch, Kren, Senf, Kurkuma, Nelken, Galgant, Rosmarin, Salbei, Minze, Basilikum, Nelken, Ingwer, Wacholder und Pfeffer.

Viele der genannten Gewürze entstammen dem geografischen Raum, in dem auch Ayurveda entstanden ist. Mittlerweile werden aber auch immer mehr heimische Kräuter nach ayurvedischen Prinzipien eingesetzt. Wer keinen Koriander mag oder hiesige Kräuter bevorzugt, kann auch Petersilie zum Kühlen verwenden. Die austrocknenden Eigenschaften des Kurkuma können auch von Salbei übernommen werden, und wer am Morgen entwässern möchte, kann zwischen einem Ingwer- oder Brennnesseltee wählen.

Aber ganz ehrlich: Irgendwie bleibt Ayurvedisches Kochen immer mit den intensiven Farben und Gerüchen indischer Kräuter verbunden. So rundet die Nelke jedes Rhonen- (Rote Rüben) oder Kürbisgemüse auf delikate Weise ab, ein Nelkentee ist das beste Hausmittel gegen Erkältung und Kopfschmerzen. Kurkuma und Kreuzkümmel verfeinern fruchtige Tomaten- und Paprikasaucen, ein Glas Kurkumawasser macht jeder Halsentzündung den Garaus und Kreuzkümmel-Tee hilft gegen Blähungen wie Hitzewallungen.
Mit diesem Wissen können wir unseren Gewürzschrank zur Hausapotheke machen und für alle Fälle die richtige Suppe mit den passenden Gewürzen als wohlschmeckende Heilkost zubereiten.