Montag, 01. Juli 2013

Gandusha: Entgiften durch Mundspülen mit Öl

Das Ölziehen ist ein einfaches, altes Hausmittel, um eine optimale Mundhygiene und effektive Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Im Ayurveda ist diese Möglichkeit, über die Mundschleimhaut den gesamten Organismus zu entgiften, seit Urzeiten bekannt – auch die westliche Naturheilkunde greift gerne darauf zurück, um zahlreiche Krankheitsbilder zu bekämpfen.

Obwohl jedes pflanzliche Öl die Eigenschaft hat, Toxine an sich binden zu können, ist Sesamöl am besten für eine Ölziehkur geeignet: Laut Ayurveda hängt dies mit der Molekülstruktur und der Zusammensetzung der Fettsäuren beim Sesamöl zusammen. Es kann am besten in die menschliche Haut bzw. Schleimhaut eindringen, vor allem, wenn es vorher langsam auf 110 Grad Celsius erhitzt (und wieder auf Zimmertemperatur abgekühlt) worden ist: „Gereift“ nennt man das Öl dann aus ayurvedischer Sicht.

Dabei geht es nicht nur darum, Giftstoffe, die der Körper aus der Umwelt durch Luft, Nahrung usw. aufnimmt, zu eliminieren – es handelt sich auch um Schlackenstoffe, die durch den Stoffwechsel im Körper entstehen. Das sind Abfälle aus dem Zellgeschehen, Verdauungsrückstände, Säuren und Toxine, die sich in Organen, Gelenken, Geweben, im Blut und in der Gewebeflüssigkeit ansammeln und durch die tägliche Ausscheidung nicht mehr vollständig entfernt werden können.

Und so funktioniert Gandusha: Man nimmt morgens nüchtern einen ordentlichen Schluck und bewegt das Öl zwei bis drei Minuten lang durch die gesamte Mundhöhle, presst es zwischen die einzelnen Zähne durch und gurgelt ein wenig damit. Anschließend spuckt man das Öl aus und spült mit lauwarmem Wasser nach.

Auch ohne Öl pflegen die Drüsen in der Mundschleimhaut Toxisches auszuscheiden, das Öl bindet das Gift jedoch und man kann es ausspucken. Weiters werden durch die Stimulation der Speicheldrüsen Enzyme frei gesetzt, die eine Botschaft an die Verdauungsorgane funken und damit Magen, Darm und Leber zur vermehrten Enzymproduktion für die Fettverbrennung anregen. So kann der Körper in der Folge Altlasten auch besser verdauen und weitere Nahrung intensiver verstoffwechseln.

Krankheitsbilder, bei denen Ölziehen Verbesserungen bewirken kann:

  • Alles, was mit zu viel Schlacken im Körper (ayurvedisch: Ama) zu tun haben kann, also chronische Müdigkeit, Mattheit, psychische Abgeschlagenheit, Glieder- oder Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen, häufige Kopfschmerzen…
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Karies und Parodontose (die Zähne werden oft auch auf natürliche Art weißer).
  • Schlechtes, unreines Hautbild.
  • Immunschwächesyndrome, Bronchitis, Thrombosen, Arthrosen und andere rheumatische Erkrankungen.
  • Ekzeme, Magengeschwüre, chronische Darmerkrankungen, Herz- und Nierenbeschwerden, gynäkologische Erkrankungen, Nervenkrankheiten und Lebererkrankungen.
  • Und natürlich kann man Ölziehen ganz wunderbar als Vorbeugung gegen Krankheiten einsetzen! Sesamöl macht Viren, Bakterien und Pilzen das Leben schwer, hält die Mundhöhle geschmeidig und immunisiert die Mundflora gegen weitere „Gift-Angriffe“.