Mittwoch, 08. Juli 2015

Was Ghee alles kann

Ghee ist ein Begriff aus der indischen Küche. Hinter dem Begriff Ghee versteckt sich im Grunde nichts anderes als Butterschmalz, auch Buttereinfett genannt, das in Mitteleuropa vor allem wegen seiner hervorragenden Brateigenschaften beim Kochen geschätzt wird. Im Ayurveda werden ihm eine ganze Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften zugeschrieben.

In Europa wird Butterschmalz meist industriell hergestellt. Dabei werden das in der Milch enthaltene Wasser sowie das Milcheiweiß entfernt. Übrig bleibt das Fett. Dadurch hat Butterschmalz gegenüber Butter einige Vorteile. Es ist bspw. bis 190 Grad Celsius erhitzbar, ohne, dass die enthaltenen Fettsäuren oxidieren. So eignet es sich hervorragend zum Backen, Braten und Frittieren. Außerdem ist es länger haltbar und einfacher lagerbar als Butter. Es kann auch problemlos von Menschen mit Laktoseintoleranz verzehrt werden.

Ghee besteht fast zu 100 Prozent aus Fett. Etwa 60 % davon sind gesättigte Fettsäuren, rund 30 % sind einfach ungesättigte, 5 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Es enthält weiters die fettlöslichen Vitamine A, D und E, die aber auch schon in Butter enthalten sind.

Im Ayurveda kommt Ghee eine sehr wichtige Rolle zu. Es wird nicht nur zum Kochen und für die Ernährung verwendet. Ihm werden die verschiedensten positiven Wirkungen zugeschrieben, weshalb es auch als Lebenelixier oder goldenes Elixier bezeichnet wird. Für Heilungszwecke wird teilweise sogar besonders aufwändig hergestelltes Ghee verwendet. Die Herstellung dauert dann bis zu 100 Stunden und es wird noch zusätzlich mit Kräutern versetzt.

Die positiven Effekte, die Ghee im Ayurveda zugeschrieben werden, sind:

  • Ghee regt die Verdauungskräfte an.
  • Es nährt die Körpergewebe, indem es als Trägermedium fungiert. Die enthaltenen Wirkstoffe sollen in den Körper transportiert und durch fettdurchlässige Zellmembrane in den Zellen aufgenommen werden.
  • Die Einnahme von Ghee hilft dabei, die drei Doshas im Gleichgewicht zu halten.
  • Ghee soll Umwelt- und Körpergifte binden können und sie aus dem Körper ausleiten.

Wer Ghee nun unbedingt einmal selbst ausprobieren möchte, kann es auch selbst herstellen. Dazu nimmt man frische, ungesalzene Butter und lässt sie 30 bis 40 Minuten auf kleiner Flamme köcheln. Dabei verdampft das in der Butter enthaltene Wasser, das Eiweiß fällt aus und sammelt sich in Form von Schaum an der Oberfläche. Diesen schöpft man so lange ab, bis kein Schaum mehr entsteht. Danach seiht man die Flüssigkeit durch ein Baumwolltuch, einen Kaffeefilter oder Ähnliches ab. Ghee kann ungekühlt bis zu drei Monate, im Kühlschrank bei unter 4 Grad sogar bis zu zwölf Monate lang gelagert werden. Im Ayurveda wird aber empfohlen, es nicht im Kühlschrank zu lagern, da es durch die Feuchtigkeit leichter verderben kann und die Qualität vermindert werden soll.