Montag, 20. Juli 2015

Heilkräftige Kräuter und Gewürze

In der Ayurvedischen Gesundheitslehre spielen Gewürze eine ganz besondere Rolle. Sie werden nicht nur dazu verwendet, um Speisen wohlschmeckender zu machen, sondern auch wegen ihrer Zusatzwirkungen. Sie werden wegen ihrer Heilkräfte geschätzt und zum Ausgleich der Doshas eingesetzt.

Im Ayurveda wird der Mensch immer ganzheitlich betrachtet. Es gibt drei Lebenenergien (Doshas) - Vata, Pitta und Kapha. Bei den meisten Menschen dominiert ein Dosha, das ist aber nicht ideal. Der Optimalzustand wäre, wenn alle drei Doshas im Gleichgewicht miteinander wären. Um diesen Zustand besser zu erreichen, können auch Gewürze eingesetzt werden, da sie ausgleichend wirken. Hier erhalten Sie Anhaltspunkte, welches Dosha bei Ihnen dominiert.

Außerdem werden Gewürze verwendet, um Störungen zu beseitigen, die sonst zu Krankheiten werden können. Pfeffer wird in der ayurvedischen Küche zum Beispiel als Appetitanreger eingesetzt. Zudem soll er gegen Übelkeit, Schwindel, Verstopfung, Fieber und Erkältung helfen.

Die richtigen Gewürze für

den Vata-Typ

Vata-Typen sollen vor allem warme und wärmende Speisen zu sich nehmen. Auch Gewürze mit einer beruhigenden Wirkung und süße Gewürze sind optimal. Hier passen Vanille, Hagebutte, Oregano, Lavendel, Zimt, Thymian, Kardamom, Wacholder, Ingwer, Süßholz, Muskat, Dill und Anis. Auch edelsüßer Paprika ist sehr gut geeignet.

den Pitta-Typ

Laut ayurvedischen Empfehlungen sollten Pitta-Typen sparsam mit Gewürzen umgehen. Wenn sie Gewürze verwenden, dann erfrischende, kühlende und harmonisierende Kräuter wie Petersilie, Süßholz, Kurkuma, Koriander, Minze, Kreuzkümmel, Melisse, Limone, Estragon, Salbei und Safran.

den Kapha-Typ

Diese Typen nehmen am besten anregende Gewürze zu sich und zwar so viele, wie sie möchten. Scharfe, bittere und herbe Gewürze eignen sich sehr, um den Körper auf Trab zu halten und gegen Trägheit anzukämpfen. Hier passen Pfeffer, Chili, Ingwer, Zimt, Kardamom, Nelken, Rosmarin, Senfkörner, Salbei, Minze, Knoblauch und Wacholder.

Viele der aufgezählten Gewürze stammen aus dem asiatischen Raum. Das ist nur logisch, denn dort ist die ayurvedische Lehre entstanden. Trotzdem werden in letzter Zeit heimische Gewürze immer wieder nach ayurvedischen Prinzipien eingesetzt. Zum Kühlen kann so statt Koriander auch Petersilie verwendet werden. Statt Kurkuma kann Salbei eingesetzt werden und mag man keinen Ingwertee, funktioniert auch Brennesseltee zum Entwässern hervorragend.

Zubereitung in der ayurvedischen Küche

Im Ayurveda werden Gewürze nach Möglichkeit im Ganzen gelagert. So bleiben sowohl Geschmack als auch die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Die Gewürze werden erst kurz vor der Zubereitung zerkleinert. Dann werden sie in Ghee, einem Butterschmalz, erhitzt. Die Geschmacksstoffe werden im Ghee gelöst und entfalten so ihre volle Wirkung. Zunächst werden die “harten” Gewürze (Pfeffer, Senfkörner, Koriander, Kümmel, …) erhitzt. Er kurz vor dem Ende kommen die “weichen” Gewürze (Salbei, Basilikum, …) dazu. Dann wird heißes Wasser dazugegeben und schließlich alles unter die noch kochende Speise gemischt. Durch das Fett werden Geschmacks- und Inhaltsstoffe optimal gelöst und die positiven Wirkungen der Gewürze auf die Speisen übertragen.

Worauf warten Sie also? Machen Sie Ihr Gewürzregal zur Hausapotheke und bereiten Sie mit den richtigen Gewürzen wohltuende Heilkostgerichte zu.